Zuschauer stürmt aufs Feld und provoziert Abbruch des Turniers

Neun Stunden lang lieferten sich die Kicker faire und anständige Spiele auf Kreisliga-B-Niveau. Dann stürmte ein Zuschauer aufs Feld und sorgte für den vorzeitigen Abbruch des Turniers.

 

Rainer Simon war stinksauer. „Das war jetzt unser achtzehntes Sommerturnier. Aber das ist bei uns noch nie passiert“, erregte sich der 1. Kassierer der SG Herne 70 und Polizei-Hauptkommissar über einen Vorfall, der am Sonntag zum Abbruch des 6. Sparda-Bank West Cups geführt hatte (die WAZ berichtete).

 

Was war geschehen? Es lief die Schlussphase des zweiten Halbfinals, soeben hatte RW Türkspor den 1:1-Ausgleichstreffer gegen den FC Herne 57 markiert. Da kam es plötzlich im Rücken des Schiedsrichters zu einem Gerangel zweier Spieler. „Ein ganz normales Ding, wie es im Fußball immer mal vorkommt“, lautete Simons Bewertung, nachdem er mehrere Augenzeugen befragt hatte. Was nicht normal war: Plötzlich rannte ein Zuschauer aufs Feld -- ein Bruder des beteiligte RWT-Spielers – stürzte sich auf den Spieler des FC 57 und versetzte ihm einige Schläge. Zwar eilten sofort Ordner hinzu, die das Gerangel auflösten und den Schläger des Sportplatzes verwiesen, doch der Schiedsrichter brach die Partie ab und erklärte sich nach Rücksprache mit Kreis-Schiedsrichter-Obmann Gregor Werkle auch nicht bereit, das Turnier fortzusetzen. Der zweite anwesende Referee schloss sich dem an. Damit war Turnier beendet, das Nachspiel findet demnächst vor der Kreisspruchkammer statt. Um nicht weiteres Öl ins Feuer zu gießen, vor allem aber, um unbeteiligte Mannschaften nicht in Mithaftung zu nehmen, teilte Simon die Geldprämien von insgesamt 650 Euro nach den bis dahin erzielten Ergebnissen auf. Immerhin 250 Euro konnte der SC Constantin einstecken, der als erster Endspielteilnehmer feststand. Im Halbfinale hatte sich die Mannschaft von Trainer Dirk Kapeller mit 2:0 gegen den SV Sodingen II durchgesetzt. Weder in dieser Partie noch in den zwölf Vorrundenspielen am Samstag hatte es irgendwelche negativen Zwischenfälle gegeben. Umso ärgerlicher, dass ein Einzelner die engagierte Arbeit vieler Ehrenamtlicher zunichte gemacht hat. „Für alle, die von Freitagabend an fast das ganze Wochenende mitgeholfen haben, tut es mir sehr leid. Das haben sie nicht verdient“, so Rainer Simon.

 

Wolfgang Volmer